HTTP vs. HTTPS – der Unterschied
HTTP (HyperText Transfer Protocol) ist das Protokoll, über das Websites übertragen werden. Das Problem: Bei HTTP werden Daten im Klartext übertragen. Wer im gleichen WLAN sitzt, könnte theoretisch mitlesen, welche Daten zwischen Ihrem Browser und der Website ausgetauscht werden.
HTTPS (das S steht für Secure) überträgt dieselben Daten, aber verschlüsselt. Das kleine Schloss-Symbol in der Adresszeile zeigt an, dass eine HTTPS-Verbindung aktiv ist. Fehlt es, zeigen moderne Browser stattdessen 'Nicht sicher'.
Was ist ein SSL-Zertifikat?
Ein SSL-Zertifikat (genauer: TLS-Zertifikat – SSL ist der ältere Begriff, der sich aber eingebürgert hat) ist eine digitale Datei auf dem Webserver, die zwei Dinge tut: Es aktiviert die HTTPS-Verschlüsselung, und es bestätigt, dass der Server tatsächlich zum angegebenen Domainnamen gehört.
Es gibt drei Stufen: Domain Validation (DV) – prüft nur den Domainbesitz, günstigste Variante und für die meisten Websites ausreichend. Organization Validation (OV) und Extended Validation (EV) prüfen zusätzlich das Unternehmen – relevant für Banken, große Onlineshops.
Kostet ein SSL-Zertifikat etwas?
Nicht mehr unbedingt. Let's Encrypt ist eine kostenlose, automatisch erneuernde Zertifizierungsstelle, die von den meisten Webhostern unterstützt wird. Bei seriösen Hostern wie Netcup, Hetzner, All-Inkl oder Strato ist Let's Encrypt oft mit einem Klick aktivierbar oder sogar automatisch aktiv.
Bezahlte Zertifikate (ab ca. 10 € bis mehrere hundert Euro pro Jahr) bieten oft erweiterte Validierung oder besondere Garantieversicherungen – für Standard-Business-Websites ist ein kostenloses DV-Zertifikat vollkommen ausreichend.
Warum HTTPS auch für Google wichtig ist
Google hat HTTPS bereits 2014 als Rankingfaktor eingeführt. Eine HTTP-Seite rangiert im Zweifelsfall schlechter als eine vergleichbare HTTPS-Seite. Außerdem: Wenn Browser aktiv vor Ihrer Seite warnen, verlassen viele Besucher sie sofort – das erhöht die Absprungrate und schadet dem Ranking indirekt weiter.